Nostalgischer Ausflug

Es war einmal vor langer, langer Zeit, im Jahre 1993, da gab es diese fünf Jungs aus Manchester: Howard, Jason, Robbie, Mark und Gary, die gemeinsam Musik machten und sich Take That nannten.
Ich war 14 und schwer verliebt in jeden einzelnen von ihnen, ungefähr in der oben genannten Reihenfolge.
In einer Zeit, bevor es (zumindest in unserem Haushalt) CD´s gab und ich mein erstes Album von einer Freundin auf Kassette (!) überspielt bekommen habe.
In einer Zeit, bevor es youtube gab und ich jeden Tag um punkt 18 Uhr vorm Fernseher saß und mir auf MTV das Video zu „Babe“ ansah, das damals die Hitparade anführte.
In einer Zeit, in der Wien eine Weltreise entfernt war, geschweige denn alle anderen Städte in denen es Konzerte gegeben hätte. Abgesehen davon wären die Tickets für mich sowieso unerschwinglich gewesen und selbst wenn ich mir eins hätte leisten können, hätten meine Eltern mir nie erlaubt, auch tatsächlich hinzufahren.
Dafür hatte ich ein Zimmer voller Poster und eine Ringmappe in der jeder Zeitungsausschnitt, jedes noch so kleine Foto gesammelt und gehortet wurde.

14 Jahre später (und mittlerweile doppelt so alt) befindet sich mein Traummann an meiner Seite und nicht auf irgendeiner Showbühne, CD´s die ich haben will kaufe ich mir, und wenn ich irgendwo hinfahren möchte, dann fahre ich einfach. Bestes Beispiel: Wels-Luzern für ein einziges Konzert, letzten Sommer.
So gesehen ist mein Leben ganz schön einfach geworden.
Trotzdem hätte mir mein Schatz keine größere Freude machen können, als er mich zum Geburtstag mit Karten fürs einzige Österreich-Konzert von den mittlerweile nur mehr vier Briten überraschte.

Am Freitag war es so weit!
Und es war großartig!
Traurig zwar, dass ausgerechnet mein damaliger Liebling Howard wegen einer Verletzung nicht auftreten konnte, umso erfreulicher aber, dass die restlichen drei trotzdem eine perfekte Show lieferten und obendrein noch total symphatisch rüberkamen.
Ich durfte zwei ganze Stunden lang wieder 14 sein, mir die Seele aus dem Leib kreischen und lautstark die mir bekannten alten und neuen Songs mitträllern.
Und alles nachholen, was ich damals zu versäumen glaubte.
Und mich insgeheim darüber freuen, dass wir uns nicht mehr im Jahre 1993 befanden, denn sonst hätte ich wahrscheinlich schon am Vorabend vor der Stadthalle zelten müssen und wäre möglicherweise hysterisch in Ohnmacht gefallen und von den anderen hysterischen Fans zertrampelt worden.
So war die Stimmung gut, aber relaxt und es gab für mich nur einen kleinen Anflug von Hysterie, ganz zu Schluß, bei „Pray“.

Man kann von Take That halten was man will, für mich ist diese Band einfach Kult!
Gestern Abend hab ich mir noch mal das Babe Video auf youtube angesehen und heute morgen am Weg zur Arbeit das neue Album am I-Pod gehört.
So wie es mal war wird es nie wieder werden, aber ich für meinen Teil habe den Ausflug in meine Jugend sehr genossen.
Und ich wünschte ich hätte meine alte Sammelmappe noch, um noch einmal darin zu blättern.

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